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Pilzberatung

Frau Dr. Annegret Haars ist Pilzsachverständige der Deutschen Gesellschaft für Mykologie.

Sollten Sie in der Harzregion Urlaub machen oder hier wohnen, werden Sie bestimmt der Verlockung des Pilzsammelns irgendwann einmal nachgehen. Aber Vorsicht! Einige der schönen Exemplare sind ungenießbar oder sogar giftig. Wenn Sie Zweifel haben oder keine Erfahrung, schauen Sie einfach bei uns vorbei! Wir beraten Sie gern.

DGfM – Deutsche Gesellschaft für Mykologie
Sie können direkt von hier aus die auf diesen Bereich spezialisierten Vereinigungen und Anbieter verschiedener Literatur per Mausklick erreichen.

Pilz des Jahres 2017


Auricularia auricula-judae (Bull.) Wettst. 1886

Mehr Informationen zum Pilz des Jahres 2017 auf der Webseite der Deutschen Gesellschaft für Mykologie

Liebe(r) Pilzfreund(in),

in der Zeit von Montag, Dienstag, Donnerstag und Freitag jeweils von 8.30 bis 13.00 Uhr bin ich meistens (Fortbildungen und Urlaub ausgenommen) in der Apotheke zu erreichen, um Ihre Pilzfunde zu bestimmen. Wenn Sie zu anderen Zeiten kommen oder ich nicht da sein sollte, können Sie die Pilze in der Apotheke abgeben. Ich bestimme sie dann, wenn ich Zeit habe und sie können am nächsten Tag nachfragen.

Ich möchte noch darauf hinweisen, dass ich die Pilzbestimmungen ehrenamtlich durchführe und dass eine Bestimmung nur nach Fotos oder am Telefon aus haftungsrechtlichen Gründen von der DGfM grundsätzlich nicht gestattet ist.

Wenn Sie Sammelgut von mir bestimmen lassen möchten, bitte ich Sie folgendes zu beachten:

Pilze haben eine wesentlich größere Variabilität der Merkmale als Pflanzen. Schneiden Sie die Pilze zum Bestimmen also nicht ab, sondern drehen oder heben Sie sie vorsichtig aus der Erde heraus (Erdloch anschließend zudrücken, um Beschädigung des Mycels zu vermeiden), so dass auch die unterirdischen Fruchtkörperteile mit erfasst werden. Anschließend bewahren Sie sie in einem luftdurchlässigen Behälter möglichst kühl auf.

Die wissenschaftlichen Erkenntnisse bezüglich der Verträglichkeit von Pilzen ändern sich mit der Zeit, außerdem gibt es neben den als unverträglich bekannten Pilzen eine Reihe von individuellen Unverträglichkeiten und Allergien, die von keinem Pilzsachverständigen vorhersehbar sind.

Wenn die mir vorgelegten Arten nach dem heutigen Stand der Wissenschaft als Speisepilze identifiziert wurden, bedeutet das nicht, dass ähnlich aussehende Pilze, die mir nicht vorgelegt wurden, ebenfalls essbar sind.

Giftpilze – was tun?

Wenn man sich nach einer Mahlzeit der Essbarkeit der bereits verzehrten Pilze nicht mehr sicher ist oder sich gar eine Vergiftung schon mit Symptomen äußert, was ist dann zu tun?

Sofortmaßnahmen:

  • Nehmen Sie ärztliche Hilfe in Anspruch, verständigen Sie die GIZ-Nord (0551-19240)

  • Bewahren Sie alle Reste der Pilzmahlzeit zur Untersuchung auf.

  • Beruhigen Sie sich und die anderen Beteiligten.

  • Ziehen Sie einen Pilzsachverständigen der DGfM hinzu.

  • Verwenden Sie keine „Hausmittel“

  • Führen Sie Erbrechen nur dann herbei, wenn die Vergiftung nicht mehr als 6 Std. her ist

  • Halten Sie die Reihenfolge dieser Sofortmaßnahmen ein. Versuchen Sie nicht erst mal nach der Ursache zu forschen oder zu „behandeln“. Das machen die ausgewiesenen Fachleute der Medizin und Mykologie.

Die häufigsten Ursachen von Pilzvergiftungen:

  • am häufigsten treten Pilzvergiftungen durch zu alte Pilze (aus eigenem Sammelgut, aus Verkauf und aus fremder Verarbeitung!) oder zu lange, bzw. falsch gelagerte (Unterbrechung der Kühlkette, nicht atmende Plastikverpackung, tagelang in Kellern und Kisten usw.) auf.

  • Genuss von rohen oder ungenügend gedünsteten Pilzen. Rohe Speisepilze sind im Allgemeinen giftig. Nur Kulturchampignon, Steinpilz und einige wenige andere Arten sind roh genießbar.

  • Verzehr von Giftpilzen, die durch Verwechslung, viel häufiger aber durch Unachtsamkeit, in die Mahlzeit gelangen. Vielen Sammlern ist die Existenz von giftigen Arten, wie z,B. bestimmten Schleierlingen nicht bekannt.

  • Vergiftungen und allergieähnliche Erkrankungen durch Pilze, deren Inhaltsstoffe und individuelle Wirkungen noch unzureichend bekannt sind.

  • Allgemeine Unverträglichkeitsreaktionen auf Pilze. Es gibt eine kleine Minderheit von Menschen, die einige oder alle Speisepilze nicht vertragen. Weder sind die Pilze deswegen giftig, noch haben diese Menschen einen erkennbaren Defekt. Es ist aber hilfreich zu wissen, dass es so etwas gibt.